Hauskauf Vollfinanzierung

Noch nie war der Hauskauf so günstig wie heute, oder?

Im Prinzip ist die Aussage durchaus richtig. Die niedrigen Bauzinsen machen den Traum von einer eigenen Immobilie auch für Menschen mit geringerem Einkommen möglich. Doch leider locken viele Banken, Immobilienmakler und Finanzberater mit Rechenbeispielen, die bei näherem Hinsehen leider nicht das halten was sie versprechen.

Was kann schon so verkehrt daran sein sich eine Immobilie zu kaufen. Schließlich zahle ich jeden Monat eine stolze Miete und habe am Ende nichts davon. Beim Hauskauf / Immobilienkauf investiere ich mein schwerverdientes Geld in einen Sachwert und schließlich gehört mir das Objekt am Ende der Kreditlaufzeit. Wo also soll hierbei der Haken sein?

 

Hauskauf Vollfinanzierung – Warum diese Variante vielen Käufern am Ende das Genick bricht

Bei der Hauskauf Vollfinanzierung hat der Käufer kein Eigenkapital und muss die Immobilie fremd finanzieren. Das heißt für die Immobilie plus Nebenkosten muss bei einer Bank / Bausparkasse zu 100 Prozent ein Kredit aufgenommen werden bzw. ein Bausparvertrag angespart werden.

 

Aufbau einer Hauskauf Vollfinanzierung

Die Bezeichnung der Hauskauf Vollfinanzierung beruht darauf, dass die Immobilie vollständig durch einen Kredit / Darlehen finanziert wird. Dabei werden in der Praxis zwischen 100 bis 110 Prozent des Kaufpreises finanziert. Bei einer Hauskauf Vollfinanzierung fallen, wie auch bei einer Finanzierung mit Eigenkapital, Finanzierungskosten an. Dazu zählen Zinsen, Bearbeitungsgebühren, Bereitstellungsgebühren und eventuelle Versicherungsprämien für eine Restschuldversicherung.

 

Die Tilgung der Hauskauf Vollfinanzierung

Naheliegend ist, dass der Rückzahlungszeitraum  durch das größere Kreditvolumen bei einer Hauskauf Vollfinanzierung deutlich größer ist, als bei einer Finanzierung mit einem Eigenkapitalanteil von 20 bis 30 Prozent. Daher ist es für den Käufer ratsam den Tilgungsanteil der monatlichen Raten nicht zu klein zu halten, damit die Kreditrückzahlung sich nicht übertrieben lange heraus zögert. Zu beachten ist dabei, dass sich mit dem Tilgungsanteil die monatliche Belastung erhöht

 

Beispiel Hauskauf Vollfinanzierung:

Die aufzunehmende Darlehenssumme beträgt 200.000 Euro und der Zins liegt bei 3 Prozent. Bei einer Tilgung von 1 Prozent muss ungefähr eine Monatsrate von 667 Euro gezahlt werden. Liegt die Tilgung jedoch bei 2 Prozent erhöht sich die zu zahlende monatliche Rate auf ungefähr 833 Euro. Man zahlt also rund 166 Euro mehr im Monat.  Als angehender Hauskäufer ist es daher unumgänglich sich einen genauen Finanzplan zu erstellen und auch einen Haushaltsplan der die monatlich anfallenden Kosten enthält.

 

Für wen eignet sich die Hauskauf Vollfinanzierung?

Die Hauskauf Vollfinanzierung richtet sich vorwiegend an Menschen mit gesicherten Einkommensverhältnissen und die eine gute bis sehr gute Kreditwürdigkeit (Bonität) vorweisen können. Auch die Beschaffenheit des zu finanzierenden Objektes entscheidet mit über die die Vergabe einer Hauskauf Vollfinanzierung. Schlecht sieht es bei einer stark sanierungsbedürftigen Immobilie aus, welche sich auch noch in einer mäßigen bis schlechten Lage (schlechte Wiederverkaufbarkeit) befindet. Hierauf lassen sich die meisten Finanzierer nicht ein.  Für eine Hauskauf Vollfinanzierung ist es unumgänglich, dass die Vermögenswerte des potenziellen Immobilienkäufers seine monatlichen Verbindlichkeiten, wie etwa weitere Schulden und Ratenkredite immer übersteigen.

 

Hauskauf Vollfinanzierung Tipp: Bevor Sie sich für eine Finanzierung entscheiden, prüfen Sie alle Finanzierungsmöglichkeiten vor Abschluss eines Vertrages genau und scheuen Sie sich auch nicht mehrere Anbieter miteinander zu vergleichen. Dies mag zwar etwas umständlich und auch zeitraubend sein, aber dafür können Sie am Ende eine Menge Euros sparen.

Niedrige Zinsen sind zwar sehr verlockend, aber ohne den finanziellen Background und eine gute Finanzplanung kann der Traum vom Eigenheim sich schnell zum Alptraum entwickeln. Beachten Sie daher bei Ihrer Berechnung, dass Sie nach spätestens 30 Jahren die Immobilie wirklich ihr Eigen nennen können. Bevor Sie in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen, sollten die Raten für Ihr Zuhause abgezahlt sein, damit Sie den neuen Lebensabschnitt ohne finanzielle Sorgen beschreiten können.

Lassen Sie sich daher von der Verbraucherzentrale über eine Hauskauf Vollfinanzierung oder einer anderen Kreditvariante beraten. Bereiten Sie sich darauf vor und legen Sie dort einen detaillierten Haushaltsplan / Finanzplan  vor, der all Ihre Einnahmen (Gehälter, Kindergeld, sonstige Einnahmen) und Ausgaben (Versicherungen, Konsumkredite, Lebenshaltungskosten, Mieten etc.) enthält. Seien Sie dabei so genau wie möglich, nur so können Sie sicher sein, das eine Immobilie für Sie finanzierbar ist.

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